Die Low Income Entertainment Group hat sich Mitte der 00er Jahre zusammengetan, um sich aus der eigenen finanziellen Misere zu befreien und die leidige Geschichte der populären Musik endlich fertig zu schreiben. Die vier Knaben mittleren Alters aus Bern reziklieren alles, was ihnen zwischen die Ohren kommt. Kein Lightning-Hopkins-Blues, kein Kate-Bush-Riff und kein Low-Income- Supermarkt-Funk kann sich vor ihrer Zerwurstung schützen.

Die beiden Männer an Gitarre und Mikrofon singen quasi-naturwissenschaftliche Lieder über den Lauf der Gestirne, über den perfekten Weg zum Herzinfarkt und über alternatives Leben unter der Erde, das Übliche halt. Der Mann am Bass singt auch mit und hampelt gut. Erik am Schlagzeug kann nicht viel, sieht dafür aber gut aus.

Auf den Brettern dieser Welt ist die Low Income Entertainment Group derzeit nicht superaktiv. Dafür gibt's eine tolle CD. Hier kann man reinhören. Und kaufen sollte man sie, ja. An Empfehlungen mangelt es nicht:

"The Low Income Entertainment Group aus Bern klingen besser als sie heissen. In phänomenalem schulenglisch führt ein Sänger (stimmlich der arme Bruder von Julian Casablancas) seine radikal scheppernde, halbakustische Good-Time-Band ins Rockdelirium. Hier reimt sich King auf Shopping, was will man mehr?" Albert Kuhn, Weltwoche Nr. 7, '07

"Sun/Moon finde ich genial! Aber auch der Schlussscherz von Walking on Concrete 'Why not walk on wood' brachte mich zum lachen, genauso wie die absurde Aufzählung inklusive 'boudoir' in Baby don't. Für meinen Geschmack dürfte der englische Witz-Akzent etwas sparsamer eingesetzt werden, möchte euch gerne mal live sehen, ich kann mir gut vorstellen, dass das ziemlich abgeht..." Boni Koller, Revolting Allschwil Posse, Baby Jail u.a.

"Die Low Income Entertainment Group ist der Leuchtturm der Musik in der Schweiz! Lesen Sie diesen Satz nochmals und sprechen Sie ihn laut mit! Wenn Sie bis jetzt der Meinung waren, Musik sei Scheisse, werden Sie mit dieser Produktion eines Besseren belehrt! Alle Lieder sind garantiert nicht radiotauglich und Videos davon würden im Interesse des sozialen Friedens niemals gesendet werden! Doch Musiker der Zukunft werden sich an diesem Werk orientieren und Hallen füllen! Sie haben also nun die einmalige Gelegenheit, später sagen zu können 'dabei gewesen' zu sein! Verschaffen Sie der L.I.E.G. nun bitte fette Plattenverträge, Aufsehen erregende Titelgeschichten, peinliche Homestories und eimerweise Geld!!! Olifr M. Guz, Aeronauten, GUZ und Studiofuzzi

"Hier gibt's kapitale Grooves! Und alles schön schmutzig, ganz wie's sein muss. Dann ein munteres Auge fürs raffinierte und doch spontane Detail. Da eine Kuhglocke, dort ein putziges Backing Vocal, hier ein subtiles Fürzchen uneruiarbarer Herkuft... Und auch lustig. Und all das - Grooves, Details, Humor - ist in ausnehmend beswingten Ohrwürmern verpackt." Hanspeter Künzler, NZZ (per EMail)

"I'm sure he will get back to you - if he needs to. Thanks!" Mrs Aliza Rabinoff, Publicity Manager of Elvis Costello.

"Sehr geehrte Damen und Herren, ich wurde angefragt, das obengenannte Projekt zu begutachten. Als erfahrener Musiker kann ich Ihnen besten Gewissens versichern, dass es sich bei den Mitgliedern der Low Income Entertainment Group um versierte Musiker handelt. Sie sind in der Lage, über mehrere Minuten einen regelmässigen Rhythmus zu halten. Mit den Gitarren bringen sie verschiedene Melodien zustande. Die Texte reichen natürlich nicht an das Format eines 'Girl from Ipanema' heran, lassen jedoch gute Ansätze vermuten. Produktionstechnisch werden auf der vorliegenden CD praktisch alle Frequenzen zwischen 20 Hz und 16kHz bedient - auch hier attestiere ich saubere Arbeit. Die Hülle besteht aus wasserfestem PVC-Material und lässt somit auch nichts zu wünschen übrig. Mit freundlichen Grüssen, H. Brühwiler (Redaktion "Blickwinkel", internes MItteilungsblatt der Jazzschule Winterthur)